Chronologie

1957-58 Grenzstein Österreich-Ungarn, Karl Prantl 

1959

Erstes Symposion europäischer Bildhauer, St.Margarethen, Burgenland   

1972Tisch des Schweigens, Bildhauertreffen in Târgu Jiu, Rumänien
1974-75Projekt Stephansplatz, Wien (nicht realisiert)   
1993Letzte Neuaufstellung am Hügel St.Margarethen 
2004Dokumentation, Buchpublikation und Webpublikation

Von Stein zu Stein

Interesse gilt der Kunst, ihrer Erhaltung, Pflege und dem Gewinnen von Menschen für ihre Zukunft. Gehen über den Hügel von St. Margarethen, von Stein zu Stein … unser Blick reicht zum Schneeberg, zum Alpenostrand, zum Leithagebirge, zur Kapelle, schweift über die Weingärten, den Schilfgürtel in Richtung Ungarn, über den Neusiedler See. Skulpturen haben sich angesiedelt …

Im Sommer 1958 wurde ein neuer Ton im Steinbruch von St. Margarethen angeschlagen, Klopf-Zeichen der Moderne. Der Bildhauer Karl Prantl arbeitete an seinem Zeichen, dem Grenzstein. Diese einzigartige Erfahrung, arbeiten unter freiem Himmel, an dem Ort, wo der Stein gebrochen wird, im hellen Sonnenlicht, beim Flügelschlag der Dohlen – führte zur Idee und schließlich zur Gründung des »Symposion Europä-ischer Bildhauer«. Im Sommer 1959 fand das erste Symposion im Steinbruch von St. Margarethen statt. Der prägende Gedanke, »aus dem Stein jene Bilder hauen, die Zeugnis ablegen von unserer Zeit …«. Die Abstraktion war gefunden – die zwölf eingeladenen Künstler aus aller Welt realisierten in der auf den Sommer begrenzten Lebensgemeinschaft ihre Skulpturen, der Steinbruch war Atelier und Ausstellung zugleich geworden, das Symposion (Gastmahl), die helfend ineinander greifenden Hände, die Erfahrung, der Dialog fielen auf fruchtbaren Boden. Es folgten Symposien weltweit, in den unterschiedlichsten Formen und Formulierungen. Im Sommer 1963 entdeckte man die Schönheit des Hügels, Steine wurden gesetzt, erdacht und realisiert, sie sollten Wurzel schlagen … 1965 wurde das Bildhauerhaus, auf Mauern alter Kantinen der Steinbrucharbeiter, errichtet und bekam die erste Bauherrn-ehrung. LandArt, Teamwork, die japanische Linie, »des Unterbrechens Sinn ist das Weiterführen«, wellt sich seit 1970 vom Steinbruch über den Hügel, ein Zeichen der die Welt umspannenden Symposionsidee. »Ein besseres Geschenk kann eine Kultur der anderen nicht machen …« Betrachten wir die LandArt, drei Kegel im Steinbruch, »cielo, terra e uomo«. Setzen wir uns heute an den Steintisch »Symposion«, der goldgelb und moosgrün geworden ist. Die Kunst des Spazierengehens, Kunst und Natur als Symbiose erleben. Der Hügel von St. Margarethen ist zu einem Ensemble zusammengewachsen, möge unsere Sorge nicht versiegen … Heute möchte ich mich bei allen Künstlerinnen und Künstlern bedanken und bei allen, die mitgeholfen haben. Mit großem Einsatz, mit Inspiration und Fantasie haben sie diesen Ort geprägt – »nicht nur von Substanz leben, neue schaffen«. Im Sinne der Gründer ist eine Skulpturenlandschaft, ein Garten entstanden … eine Landmark – ein Kunstwerk.

Gehen über den Hügel von Stein zu Stein (Karl Prantl)
Pöttsching im März 2004, Katharina Prantl